Lychen-Nachrichten

Auf  dieser Seite sollen unregelmäßig aktuelle Nachrichten über Lychen stehen, insbesondere Nachrichten vom Aktionsbündnis Stadthafen, ebenso von der Wählergruppe "Schön Hier - Gemeinsam für Lychen".

 

In der Neuen Lychener Zeitung (NLZ) finden Sie weitere weitere Informationen,

ebenso im lesenswerten Blog des Lycheners Joachim Hantke.


Öffentliche Termine im Alten Kino Lychen - jeweils 18.30 Uhr:


Kommunalwahl Stadtverordnetenversammlung Lychen - Ergebnis

 

Bürgerbefragung Stadthafen - vorläufiges Ergebnis

Wahlbeteiligung ca. 58%

Ja 383  Nein 974  ungültig ca. 200

Damit wird der planfestgestellte Hafen der Stadt wohl nicht gebaut werden.

Dank den Lychnerinnen und Lychnern für dieses überwältigende Ergebnis.

 

Wiederbelebung der 50-Seen-Bahn?

 

Ende Winter 1996 – die Schließungspläne für die Bahnstrecke Fürstenberg-Templin waren gerade bekannt geworden – machte der Geschäftsführer des Fußgängerverbandes FUSS e.V. Bernd Herzog-Schlagk das Projekt Zukunft: Die „50-Seen-Bahn“ öffentlich.  Dieses beinhaltete, eine Regionalbahnlinie RB 64 von Berlin Lichtenberg über Oranienburg, Fürstenberg nach Templin zu führen, mit Halt auf allen Unterwegsbahnhöfen. Damit wäre die Linie Fürstenberg-Templin direkt an Berlin angebunden (wie schon in der Historie). Von den Bahnhöfen dieser Strecke wären ca. 50 Seen fußläufig (max. 3km) zu erreichen. Der uckermärker Teil der Kleinseenplatte würde somit vor Berlins Haustür rutschen. Es wurde damals vorgeschlagen, daß Projekt vernünftig durch die einheimische Tourismusbranche und einen Bahnbetreiber zu vermarkten (BSB Brandenburger-Seen-Bahn GmbH).

 

In Lychen wehrte sich die SVV mit einem einstimmigen Beschluß gegen die damals drohende Streckenschließung. Insbesondere der Ökostadt e.V. setzte sich für das Konzept der 50-Seen-Bahn ein, publizierte darüber und führte einige Jahre eine demonstrative Radtour Berlin-Lychen-Berlin mit diesem Ziel durch.

 

Die Streckenstillegung, die Entwidmung derselben sowie deren Verkauf konnten nicht aufgehalten werden. Die damals bereitstehenden Mittel für die Streckensanierung waren nicht abgerufen worden. Mittlerweile gehört die Strecke der Erlebnisbahn.de GmbH, die darauf die Draisine betreibt. Dadurch liegen zumindest ein Großteil der Gleise noch.

 

Vor dem Hintergrund, daß der Landkreis Uckermark die Anbindung Lychens an den Bahnhof Fürstenberg deutlich verschlechtert hat und bisher keine Bereitschaft besteht, diese Verschlechterungen rückgängig zu machen, ist es nötig, über Alternativen nachzudenken. Noch nötiger wird das, wenn wir die drohende Klimakatastrophe vor Augen haben. Der Menschheit bleiben vielleicht noch 3 Jahre, um eine grundlegende Umsteuerung vorzunehmen und somit das Schlimmste zu verhindern. Alternativen liegen seit Jahrzehnten auf dem Tisch, im Bereich Verkehr haben gerade die deutschen Autokonzerne (die immer wieder auch die Chefs der DB AG stellen) bisher eine grundlegende Verkehrswende verhindert.

 

In anderen Bundesländern (z.B. Rheinland-Pfalz, Niedersachsen…) werden seit Jahren Bahnstrecken und Bahnhöfe reaktiviert. Es wird Zeit, daß Brandenburg seine Hausaufgaben macht. Die Grünen und die CDU im Landtag haben interessante Konzepte vorgelegt. Erstere haben ein Gutachten für landesbedeutsame Buslinien erstellen lassen. Eine der Linien (Neuruppin-Rheinsberg-Fürstenberg/Neustrelitz) könnte auch für uns interessant sein, wenn der Abschnitt Rheinsberg-Fürstenberg im Stundentag über Lychen bis Feldberg verlängert würde. Für die Linie 517 würde dann der Abschnitt Lychen-Templin reichen. Dies wäre eine kurzfristig realisierbare Alternative.

 

Die CDU hat eine Entwicklungsstrategie für den Schienenpersonenverkehr in Berlin und Brandenburg in Auftrag gegeben. Diese zielt in die richtige Richtung, nämlich die deutliche Verbesserung und Ausweitung desselben u.a. mit einem neuen Linienkonzept. Die Anbindung an die Zentren soll deutlich verbessert und die Taktung erhöht werden. Die Verwirklichung dieser Vorschläge würde eine wesentliche Verbesserung für viele Menschen in Brandenburg bringen. Allerdings haben wir wenig davon, für Fürstenberg soll es keine Verbesserungen geben, an das Thema Aktivierung von stillgelegten Strecken wurde sich überhaupt nicht gewagt. Eine 50-Seen-Bahn ermöglicht den Halbstundentakt zwischen Fürstenberg und Berlin. Aus Richtung Templin-Lychen wäre eine attraktive Anschlußgestaltung nach Richtung Neustrelitz in Fürstenberg möglich. Da ich öfters mal in Fürstenberg stehe, um Richtung Lychen zu trampen, habe ich eine Vorstellung davon, wie viele aus der Uckermark kommend Richtung Neustrelitz pendeln.

 

Eine 50-Seen-Bahn hat viele Hürden zu überwinden. So muß überhaupt die Möglichkeit bestehen, den Teilabschnitt zwischen Fürstenberg und Templin zurückzukaufen. Ein Planfeststellungsverfahren muß erfolgen, um die Strecke wieder für den Bahnverkehr zu widmen. Eine umfangreiche Sanierung mit dem Ziel Ausbau auf 80km/h und Reparatur zweier Brücken ist nötig. Hinzu kommen die Querungen zweier Bundesstraßen, die Bahnhofseinbindungen in Fürstenberg und Templin und der Neubau von Bahnhöfen bzw. Haltepunkten… Mit der in Aussicht stehenden Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Templin-Joachimsthal wäre eine geschlossene Streckenführung Berlin-Fürstenberg-Templin-Eberswalde-Berlin möglich, daß Projekt müsste dann allerdings 80- oder 100-Seen-Bahn heißen. Wie bekommen wir diese Vorstellungen in die Köpfe und dann in die Realisierung?

 

Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche (Che Guevara).

 

T. Held (22.11.2017)

 


Kürzungen beim Busverkehr gehen in die Verlängerung

 

Seit dem ersten Bekanntwerden der Kürzungspläne protestieren insbesondere wir Lychener dagegen. U.a. haben wir die 4 in dem Zeitraum stattfindenden Kreistagssitzungen besucht, zweimal sogar eine Kundgebung vor dem Kreistag organisiert. Es gab viele fachlich fundierte Stellungnahmen. Dieses Jahr konnten die Kommunen zum neuen Fahrplan Stellung nehmen. In Falle Lychens ist diese Stellungnahme weitestgehend ignoriert wurden. Die Fahrplanlage wurde für 3 Sommermonate 2018 geringfügig verbessert, bleibt aber weit von dem entfernt, was wir hier als dringend nötig erachten.

Seit 1.6.2018 ist die von den Bürgern gewählte Landrätin neu im Amt. Wir haben große Hoffnungen, daß sich der Busverkehr in naher Zukunft deutlich verbessert.

Im Gegensatz zum abgewählten Landrat Herr Schulze ist sie für Anregungen sicher sehr dankbar. Die Busgesellschaft hat sie bereits in ihren Aufgabenbereich übernommen:

 

Landrätin Frau Dörk

 Kreisverwaltung Landrat
Karl- Marx- Straße 1, 17291 Prenzlau

 Telefon: 03984 70-1001

 Fax: 03984 704099

 E-Mail: landrat@uckermark.de

 

Kreistag Uckermark Karl-Marx-Straße 1, 17291 Prenzlau

Telefon: 03984 70-1009

Fax: 03984 704099

E-Mail: kreistag@uckermark.de

 


Notizen aus der Kommunalpolitik

 

 

 

Wahl

 

Mit Spannung erwarteten wir am Wahlabend die Ergebnisse. Die Resultate in der Uckermark zur Europawahl waren sehr erschreckend, fiel doch unser Landkreis an die AFD. Selbst im beschaulichen Lychen holte die AFD zur Europawahl den 2. Platz, bei der Kreistagswahl sah es zum Glück etwas besser aus. Die Lychener Ergebnisse wurden leider erst sehr spät gegen Mitternacht bekannt. Glückwunsch an die LTG, die auf Anhieb die Wahl gewann und mit 7 Sitzen in die SVV einzieht. Die Wählergruppe „Schön hier – Gemeinsam für Lychen“ konnte als einzige bisherige Fraktion ihr Ergebnis steigern auf 26,7%. Wir werden jetzt zu viert in der SVV sitzen (Sara Cato, Christian Krasemann, Helmut Bergsträßer und ich). Es wird spannend, wie diese neu formierte SVV zusammenarbeiten wird. Das das alle wollen, ist immer wieder beteuert worden. Ich hoffe, es gelingt uns auch, dies umzusetzen. Ich kenne, die von vielen geäußerte Befürchtung, daß die CDU und und die aus ihr teilweise hervorgegangene LTG gemeinsam eine noch größere Machtfülle haben. Ich vertraue aber u.a. der Äußerung von Sven Herwig in der Templiner Zeitung vom 28.5.19, daß die LTG im Vorfeld von Entscheidungen mit allen Fraktionen sprechen will. Für mich unverständlich und bedauerlich war das schlechte Abschneiden der SPD in Lychen (im Gegensatz zum Abschneiden auf Kreis-, Landes- und Bundesebene – da war der Absturz verdient). Ich finde, sie haben das beste Wahlprogramm für Lychen vorgelegt und ich hoffe, wir können auch einiges davon umsetzen.

 

Auffällig war in diesen Jahr ein relativ großes Desinteresse an den Veranstaltungen mit den Kandidatinnen und Kandidaten, egal, von wem organisiert. Das war vor 5 Jahren noch anders, da füllte die große Kandidatenvorstellung noch den großen Saal und hatte Einfluß auf die Wahlentscheidung. Voraussichtlich am 17.6. ist die erste SVV-Sitzung in neuer Besetzung im Alten Kino.

 

 

 

Ein Hoch auf die Arbeitsgruppen

 

In Lychen gibt es so einige Arbeitsgruppen, die sich in den letzten Jahren aus unterschiedlichsten Gründen gebildet worden, wie z.B. Wege-AG, Nahverkehrs-AG, AG Stadtentwicklung etc. Diese Arbeitsgruppen unterstützen die Verwaltung in bestimmten Themenbereichen. Und es ist gut, daß Frau Gundlach diese häufig ehrenamtliche Tätigkeit unterstützt und schätzt. Am längsten existiert sicher die Wege-AG. An ihren Beispiel möchte ich die Arbeit erläutern. In der Wege-AG treffen sich in unregelmäßigen Abständen Vertreter von Verwaltung, Naturpark, Naturfreunde, Wanderverein, Tourismusverein, AFV, TMU und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Themen waren u.a. Erfassung aller Wege, Ausschilderung, Mängelabstellung, Erstellung von touristischen Informationsmaterial, Vernetzung mit den angrenzenden Gemeinden… Auf meine Anregung hin wird derzeit der Entwurf eines Wegekonzeptes erstellt, welches hoffentlich noch in diesen Jahr von den Ausschüssen diskutiert und in einer SVV beschlossen werden kann.

 

In den thematischen Arbeitsgruppen passiert das, was weder die Verwaltung noch die Stadtverordneten personell, fachlich, zeitlich leisten können. Und wir sollten froh darüber sein, daß in Lychen sich viele ehrenamtlich in Vereinen, in der Feuerwehr, in Arbeitsgruppen, in Ausschüssen, bei der Stadtbildpflege... engagieren.

 

 

 

Landesentwicklungsplan (LEP) Brandenburg

 

In der bisher letzten SVV (8.4.19) hatte die CDU eine Beschlußvorlage zum Stopp des aktuellen Landesentwicklungsplanes eingereicht. Auch wenn wir als Wählergruppe einige der aufgeführten Kritikpunkte durchaus teilten (der ÖPNV ist im LEP völlig vernachlässigt), hatten wir in anderen Punkten eine andere Auffassung. Für uns gehört der LEP überarbeitet, aber nicht gestoppt, da in diesen wichtige Punkte stehen. Insbesondere teilen wir mit der Landesregierung die Sicherung des Freiraumverbundes (übrigens auch durch das Raumordnungsgesetzes des Bundes festgeschrieben). Insbesondere mit Blick auf die Zukunft, hat die Bewahrung von Natur und Umwelt oberste Priorität. Deshalb teilen wir auch den Grundsatz innerstädtische Entwicklung statt Entwicklung im Außenbereich. Im letzten LEP, durch eine SPD/CDU-Landesregierung beschlossen, durfte Lychen auf 50% weniger Fläche neu bauen als jetzt im neuen LEP. Dieses Potential hat Lychen nicht ausgeschöpft. Trotzdem ist jetzt der Aufschrei groß, im Lychener CDU-Wahlprogramm steht sogar, daß in der Uckermark keine Bebauung mehr genehmigt werden soll. Das stimmt nachweisbar nicht, die rege Bautätigkeit im Ort widerlegt das klar.

 

 

 

Über den Tellerrand

 

Die Menscheit befindet sich in existenziellen Krisen: die gravierende soziale Ungleichheit auf der Welt, Kriege und die drohende Gefahr eines großen (Atom-) Krieges, der drohende Klimakollaps, das Artensterben, die Vergiftung von Wasser, Luft, Böden… Die politischen und wirtschaftlichen Eliten bremsen notwendige Umsteuerungsmaßnahmen, um z.b den Klimalollaps noch zu verhindern, aus. Seit Monaten streiken Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, unterstützt von Eltern und Großeltern. Sie wissen, ihre Zukunft steht auf dem Spiel. Millionenfach wurde binnen einer Woche das fast einstündige engagierte Video des Youtubers Rezo angesehen. Und auch am Wahlverhalten der Jugend war zu sehen, daß sie mit dem „Weiter so“ nicht einverstanden sind.

 

Ich hoffe, daß die jungen Menschen, unterstützt von uns allen, nicht nachlassen. Wir können die nötigen Änderungen nicht mehr Aufschieben. Und ich werde mich dafür einsetzen, bei allen, was wir hier vor Ort tun, auf die Enkeltauglichkeit, die Zukunftsfähigkeit zu achten.

 

 

 

T. Held (28.5.2019)