Lychen-Nachrichten

Auf  dieser Seite sollen unregelmäßig aktuelle Nachrichten über Lychen stehen, insbesondere Nachrichten vom Aktionsbündnis Stadthafen, ebenso von der Wählergruppe "Schön Hier - Gemeinsam für Lychen".

 

In der Neuen Lychener Zeitung (NLZ) finden Sie weitere weitere Informationen,

ebenso im lesenswerten Blog des Lycheners Joachim Hantke.


Öffentliche Termine im Alten Kino Lychen - jeweils 18.30 Uhr:

 

25.5. SVV in der Turnhalle

15.6. SVV

 


Gesicht zeigen für unser Grundgesetz!

 

Sonnabends 15.30 Uhr

 

Lychen GPG-Gelände

 

(Wiese hinter der Kunstpause)

 

 

 

Platz zum Sitzen, Meditieren, Reden…, für Decken, Plakate, Spiele

 

 

 

Nichtohneuns.de

 

 

Kommunalwahl Stadtverordnetenversammlung Lychen - Ergebnis

 

Bürgerbefragung Stadthafen - vorläufiges Ergebnis

Wahlbeteiligung ca. 58%

Ja 383  Nein 974  ungültig ca. 200

Damit wird der planfestgestellte Hafen der Stadt wohl nicht gebaut werden.

Dank den Lychnerinnen und Lychnern für dieses überwältigende Ergebnis.

 

Offener Brief an Ministerpräsident Dr. Woidke

Sehr geehrter Dr. Woidke,

 

 

 

Ich wende mich mit diesem Offenen Brief an Sie betreffs der Corona-Verordnung des Landes Brandenburg.

 

 

Thema Mundschutz: Seit Wochen hören wir von vielen Experten, daß das Tragen eines Mundschutzes, zumal eines provisorischen, nicht hilfreich ist, sogar schädlich sein kann, so z.B. Weltärztepräsident Montgomery, WHO-Nothilfedirektor Ryan. Das einzige, was ein Mundschutz leisten könnte, wäre eine Ansteckung zu verhindern, wenn dem Gegenüber ins Gesicht gehustet oder geniest wird. Aber wer macht so etwas? Ich kenne niemand. Also ist diese Bevormundung der Bürger/-innen völlig unnötig. Schon allein, daß unter den Menschen, die in den vergangenen Wochen viel Kontakt mit Mitmenschen hatten wie tausende Verkäufer und Verkäuferinnen oder Nutzer/-innen des ÖPNV keine Erkrankungswelle ausgebrochen ist, zeigt, daß der Mundschutz, und nicht nur der, überflüssig ist. Aber der Mundschutz ist nicht nur unnötig, er kann auch schädlich sein (in verlinkten Artikel finden Sie Informationen dazu: https://www.rubikon.news/artikel/das-vermummungs-gebot). Ich bin relativ kurzatmig. Für mich ist das freie tiefe Atmen (wie wahrscheinlich für die meisten Menschen) essenziell.

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, bitte ziehen Sie diese Mundschutzpflicht zurück. Klar wird Ihnen zuerst ein rauer Wind entgegen wehen, ich denke, die Menschen werden es Ihnen langfristig danken.

 

 

Thema Soforthilfen: Die Soforthilfe soll nur bei Liquititätsengpässen (laut Formular) gelten, hier sind im Nachhinein große Geldrückforderungen vorprogrammiert. Bei einem Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter der ILB sagte dieser, daß ich nur Geld für die Firma und nicht für mich beantragen darf, unter völliger Verkennung der Tatsachen, daß ich als Einzelunternehmer mein Unternehmen bin, daß ich Rücklagen auf dem Konto brauche, um regelmäßige Bestellungen für den Laden durchzuführen, daß ich jetzt die Rücklagen für kommenden Winter erarbeiten muß. Bitte sorgen Sie dafür, daß die Soforthilfe wirklich eine nicht rückzahlbare Verlustüberbrückung ist. Obwohl am ersten Tag beantragt, habe ich immer noch kein Geld, stattdessen bekam ich gerade die Forderung, weitere Unterlagen nachzureichen. Offensichtlich sind die Antragsbedingungen mittendrin geändert wurden, wie kann das sein?

 

 

Thema Kommunen: Unsere Kleinstadt lebt überwiegend vom Tourismus. Als Stadtverordneter weiß ich, daß unser seit wenigen Jahren endlich ausgeglichener Haushalt nicht viel Spielraum hat. Wesentliche Einnahmen (Kurtaxe, Tourismusabgabe, Gewerbesteuer, Anteil an der Einkommenssteuer) werden in diesem Jahr einbrechen. Wo bleibt der Rettungsschirm für Kommunen? Warum erhalten Großkonzerne Milliardensummen, die Kommunen bisher nichts?

 

 

Thema Fallzahlen: Ich habe die letzten mir verfügbaren Zahlen (25.4. 10 Uhr) vom Portal der Landesregierung vor mir. Immer noch steht die kumulativ erfasste Zahl (2738) aller positiv Getesteten an erster Stelle in der Pressemitteilung. Doch wie bei jeder anderen Krankheit müssen die Genesenen abgezogen werden (dann bleiben ca. 918, davon sind 125 verstorben (ob an oder mit COVID19, darüber gibt die Statistik keine Auskunft, obwohl diese Zahl so wichtig wäre, um die Gefährlichkeit des Virus wirklich einschätzen zu können). Warum steht in der Pressemitteilung nicht die reale Zahl der derzeit „Infizierten“? Hinzu kommt, daß die Aussagekraft der Tests nicht einmal sicher ist, musste jetzt sogar der Herr Drosten bestätigen. Ist es nicht Aufgabe der Regierung, die Menschen zu beruhigen, mit realen Zahlen zu operieren, statt Angst und Panik zu erzeugen mit ständig nach oben gerichteten Kurven, die nicht der tatsächlichen Realität entsprechen? Wirklich erkrankt sind in Brandenburg derzeit 196 Personen (in Behandlung) – das ist doch eine ganz andere Zahl als 2738! Und auch die wöchentlich positiv Getesteten müssen doch in ein Verhältnis gesetzt werden zur Anzahl der durchgeführten Tests, nur dann können wir eine reale Erkrankungsrate bestimmen. Bitte setzen Sie sich dafür ein, daß die Zahlen in ein reales Verhältnis gesetzt werden.

 

 

Thema Kontaktbeschränkungen: Ich verstehe zunächst, dass das neuartige Coronavirus auch aufgrund der Berichte zu den Folgen der sich ausbreitenden Infektionen aus anderen Ländern eine Verunsicherung hervorgerufen hat. Ich verstehe auch, dass man vielleicht zunächst politisch schnell agieren und lieber zu viel als zu wenig unternehmen wollte, damit die Situation nicht außer Kontrolle gerät. Die Maßnahmen des Shutdown sind auf der Basis von Worst-Case-Prognosen getroffen worden, von denen niemand wirklich genau wusste, ob sie eintreten würden. Man wollte Zeit gewinnen, Erkenntnisse sammeln, das Gesundheitssystem vorbereiten und vor Überlastung schützen. Meine Akzeptanz endet spätestens an der Stelle, an der dieser Shutdown und das Außerkraftsetzen der Grundrechte zeitlich nicht befristet worden sind. Die am 15. April 2020 beschlossenen „Lockerungen“ sehe ich als überhaupt nicht angemessen an.

 

Es ist inzwischen die Rede von Prognosen, nach denen das Coronavirus noch über zwei weitere Jahre unser Leben massiv einschränken könnte (1). Die Basis dieser Aussage sind Vermutungen beziehungsweise Studien, die die Zukunft auch nicht sicher vorhersagen können. Es wurden auch für die erste Krankheitswelle auf Studien beruhende Vorhersagen getroffen, die nicht eingetreten sind. Die Krankenhäuser sind vorbereitet worden, zahlreiche Betten sind leer (ca 150.000 Betten, davon 10.000 Intensivbetten), die Mitarbeiter zu einem Teil in Kurzarbeit.

 

Es ist also nicht so „schlimm“ gekommen, wie es von bestimmten Fachpersonen,wie zum Beispiel Prof. Christian Drosten und Prof. Lothar Wieler, angenommen wurde. Dass es nicht so schlimm wurde, ist natürlich wirklich positiv — und soll nun natürlich auf die Maßnahmen des Shutdown zurückzuführen sein. Aber auch das steht in Frage, da der Kurvenverlauf der Epidemie in Schweden im Vergleich zum Verlauf der Epidemie weltweit keinen abweichenden Verlauf aufzeigt und Schweden keinen Shutdown vorgenommen hatte (2). Hinzu kommt, daß anhand der vom RKI veröffentlichten Grafik zum Verlauf der Reproduktionszahl abzulesen ist, daß folgende Entscheidungen der Bundesregierung (9.3. Verbot von Großveranstaltungen, 15.3. Aussetzen der Schule, 23.3. Lockdown) keinen Einfluß auf diese Verlaufszahl haben (Dr. Schiffmann erklärt das sehr schön im folgenden Video) (3).

 

Die derzeit geltenden, immer noch massiven Einschränkungen in der beruflichen und persönlichen Freiheit werden also trotz rückläufiger Infizierter, deutlich rückläufiger Reproduktionsrate und trotz der neuen Erkenntnisse bezüglich einer deutlich geringeren Letalitätsrate als zunächst angenommen weiter aufrechterhalten. Warum?!?!

 

Wie wird begründet, dass ausgerechnet dieses Virus im Vergleich zu anderen, die auch Epidemien und Pandemien hervorgerufen haben (vergleiche unter anderem die Grippewelle mit circa 25.000 Toten im Jahr 2018) in Wellen immer wieder stark die Welt überfluten wird? Warum hat uns das bei bisherigen Viren nicht beziehungsweise nicht in dem Maße interessiert, dass jemals annähernd ähnliche Konsequenzen ergriffen worden sind? Wie soll man über ein neuartiges Virus wissen, das doch bisher gar nicht erforscht und lang genug beobachtet werden konnte, dass es so sicher in starken Infektionswellen aufflammen wird? Werden die Einschränkungen also prophylaktisch für den unwahrscheinlichen Fall eines herbeigeredeten Worst Case aufrechterhalten, der schon in der ersten Welle nicht aufgetreten ist? Herr Drosten (der ja kein Fachmann für Epidemien sondern nur für Viren ist), offenbar der einzige, auf dem die Regierung hört, glänzt immer wieder durch falsche Prognosen, z.B. bei der Schweinegrippe 2009 (siehe sehenswerte ARTE-Doku „Profiteure der Angst“), Millionen mögliche Tote in Deutschland, Zusammenbruch des Gesundheitssystems, zweite Welle in China (stattdessen haben in Wuhan wieder Schulen und Restaurants geöffnet und die Leute dürfen reisen, allerdings führte Corona dazu, daß die totalitäre Überwachung wesentlich verschärft wurde – ist das auch hier die Agenda?). Jetzt prophezeit er die 2. Welle bei uns, dabei zeigen Veröffentlichungen in medizinischen Fachjournalen der vergangenen Jahre, daß Coronaviren zwischen Dezember und April aktiv sind, danach treten wieder andere Viren in den Vordergrund.

 

Die bisherigen Untersuchungsergebnisse aus der Pathologie zeigen zudem auf, dass das Sars-CoV-2 kein „Killervirus“ ist. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt sehr hoch. Und bei jedem Menschen, der tatsächlich „an Corona“ gestorben ist, ist dies aufgrund seiner Vorerkrankungen nur zu einem gewissen Prozentsatz auf das Virus zurückzuführen (4).

 

Weltweit kritisieren viele Experten die Vorgehensweise bei COVID19. (https://www.rubikon.news/artikel/120-expertenstimmen-zu-corona)

 

Ich mache mir große Sorgen um die bereits jetzt nicht mehr vermeidbaren schlimmen Folgen der politischen Entscheidungen, die im Gegensatz zu den oben genannten Annahmen und spekulativen Studien sicher sind.

 

Wie soll ich glauben, daß es um Gesundheit geht, wenn z.B. Pestizide auf Felder gespritzt werden, kein Tempolimit durchgesetzt wird, Waffen verkauft werden…?

 

Warum läuft nicht auf allen Kanälen, was unsere einzig wirksame Waffe gegen Krankheiten, nämlich unser Immunsystem stärkt? Das ist doch bekannt, daß Sozialkontakte, Streßvermeidung, gesunde Lebensmittel, Bewegung in der Natur das A und O unserer Gesundheit sind. Warum werden stattdessen ernsthaft Überwachungsapps und Zwangsimpfungen erwogen?

 

Und wann gibt es endlich Fahrpläne für die Aufhebung der Einschränkungen? Wann kann ich mein Ferienobjekt wieder eröffnen? Wann kann ich meine Tochter und meinen 4 Monate alten Enkel in Wien wieder besuchen? Wann kann ich wieder mit meinen Eltern zusammen sein?

 

Für Antworten wäre ich Ihnen sehr dankbar.

 

Mit freundlichen Grüßen Thomas Held, Lychen, den 26.4.2020

 

 

 

(1) https://www.fr.de/wissen/coronavirus-pandemie-corona-krise-epidemiologen-empfehlen-
social-distancing-lockdown-bis-2022-13654607.html
(2) https://www.youtube.com/watch?v=10d6-GdAYM4&t=69s

 

(3) https://www.youtube.com/watch?v=Mf0JWeHXDf0&t=916s

 

(4) https://www.youtube.com/watch?v=6-HZALc1xpo

 

 

 

Die Propaganda und Angstmache der öffentlichen Medien finde ich unerträglich. Zum Glück habe ich unabhängige Medien entdeckt, deren gute Arbeit mich sehr beeindruckt. Ich empfehle derzeit Rubikon, Swiss Propaganda Research, KenFM, die Corona-Videos von Dr. Bodo Schiffmann, die website von Dr. Wolfgang Wodarg...

 

Wiederbelebung der 50-Seen-Bahn?

 

Ende Winter 1996 – die Schließungspläne für die Bahnstrecke Fürstenberg-Templin waren gerade bekannt geworden – machte der Geschäftsführer des Fußgängerverbandes FUSS e.V. Bernd Herzog-Schlagk das Projekt Zukunft: Die „50-Seen-Bahn“ öffentlich.  Dieses beinhaltete, eine Regionalbahnlinie RB 64 von Berlin Lichtenberg über Oranienburg, Fürstenberg nach Templin zu führen, mit Halt auf allen Unterwegsbahnhöfen. Damit wäre die Linie Fürstenberg-Templin direkt an Berlin angebunden (wie schon in der Historie). Von den Bahnhöfen dieser Strecke wären ca. 50 Seen fußläufig (max. 3km) zu erreichen. Der uckermärker Teil der Kleinseenplatte würde somit vor Berlins Haustür rutschen. Es wurde damals vorgeschlagen, daß Projekt vernünftig durch die einheimische Tourismusbranche und einen Bahnbetreiber zu vermarkten (BSB Brandenburger-Seen-Bahn GmbH).

 

In Lychen wehrte sich die SVV mit einem einstimmigen Beschluß gegen die damals drohende Streckenschließung. Insbesondere der Ökostadt e.V. setzte sich für das Konzept der 50-Seen-Bahn ein, publizierte darüber und führte einige Jahre eine demonstrative Radtour Berlin-Lychen-Berlin mit diesem Ziel durch.

 

Die Streckenstillegung, die Entwidmung derselben sowie deren Verkauf konnten nicht aufgehalten werden. Die damals bereitstehenden Mittel für die Streckensanierung waren nicht abgerufen worden. Mittlerweile gehört die Strecke der Erlebnisbahn.de GmbH, die darauf die Draisine betreibt. Dadurch liegen zumindest ein Großteil der Gleise noch.

 

Vor dem Hintergrund, daß der Landkreis Uckermark die Anbindung Lychens an den Bahnhof Fürstenberg deutlich verschlechtert hat und bisher keine Bereitschaft besteht, diese Verschlechterungen rückgängig zu machen, ist es nötig, über Alternativen nachzudenken. Noch nötiger wird das, wenn wir die drohende Klimakatastrophe vor Augen haben. Der Menschheit bleiben vielleicht noch 3 Jahre, um eine grundlegende Umsteuerung vorzunehmen und somit das Schlimmste zu verhindern. Alternativen liegen seit Jahrzehnten auf dem Tisch, im Bereich Verkehr haben gerade die deutschen Autokonzerne (die immer wieder auch die Chefs der DB AG stellen) bisher eine grundlegende Verkehrswende verhindert.

 

In anderen Bundesländern (z.B. Rheinland-Pfalz, Niedersachsen…) werden seit Jahren Bahnstrecken und Bahnhöfe reaktiviert. Es wird Zeit, daß Brandenburg seine Hausaufgaben macht. Die Grünen und die CDU im Landtag haben interessante Konzepte vorgelegt. Erstere haben ein Gutachten für landesbedeutsame Buslinien erstellen lassen. Eine der Linien (Neuruppin-Rheinsberg-Fürstenberg/Neustrelitz) könnte auch für uns interessant sein, wenn der Abschnitt Rheinsberg-Fürstenberg im Stundentag über Lychen bis Feldberg verlängert würde. Für die Linie 517 würde dann der Abschnitt Lychen-Templin reichen. Dies wäre eine kurzfristig realisierbare Alternative.

 

Die CDU hat eine Entwicklungsstrategie für den Schienenpersonenverkehr in Berlin und Brandenburg in Auftrag gegeben. Diese zielt in die richtige Richtung, nämlich die deutliche Verbesserung und Ausweitung desselben u.a. mit einem neuen Linienkonzept. Die Anbindung an die Zentren soll deutlich verbessert und die Taktung erhöht werden. Die Verwirklichung dieser Vorschläge würde eine wesentliche Verbesserung für viele Menschen in Brandenburg bringen. Allerdings haben wir wenig davon, für Fürstenberg soll es keine Verbesserungen geben, an das Thema Aktivierung von stillgelegten Strecken wurde sich überhaupt nicht gewagt. Eine 50-Seen-Bahn ermöglicht den Halbstundentakt zwischen Fürstenberg und Berlin. Aus Richtung Templin-Lychen wäre eine attraktive Anschlußgestaltung nach Richtung Neustrelitz in Fürstenberg möglich. Da ich öfters mal in Fürstenberg stehe, um Richtung Lychen zu trampen, habe ich eine Vorstellung davon, wie viele aus der Uckermark kommend Richtung Neustrelitz pendeln.

 

Eine 50-Seen-Bahn hat viele Hürden zu überwinden. So muß überhaupt die Möglichkeit bestehen, den Teilabschnitt zwischen Fürstenberg und Templin zurückzukaufen. Ein Planfeststellungsverfahren muß erfolgen, um die Strecke wieder für den Bahnverkehr zu widmen. Eine umfangreiche Sanierung mit dem Ziel Ausbau auf 80km/h und Reparatur zweier Brücken ist nötig. Hinzu kommen die Querungen zweier Bundesstraßen, die Bahnhofseinbindungen in Fürstenberg und Templin und der Neubau von Bahnhöfen bzw. Haltepunkten… Mit der in Aussicht stehenden Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Templin-Joachimsthal wäre eine geschlossene Streckenführung Berlin-Fürstenberg-Templin-Eberswalde-Berlin möglich, daß Projekt müsste dann allerdings 80- oder 100-Seen-Bahn heißen. Wie bekommen wir diese Vorstellungen in die Köpfe und dann in die Realisierung?

 

Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche (Che Guevara).

 

T. Held (22.11.2017)

 



Notizen aus der Kommunalpolitik

 

 

 

Herbstball

 

 

 

Seit letzten Jahr findet der Herbstball in Lychen statt. Er soll die Tradition des früheren Sportlerballs fortsetzen, der Wunsch besteht, daß verschiedene Vereine ihn abwechselnd organisieren. Im Ausschuß, der auch für Kultur zuständig ist, brachte die LTG am 21.10. den Antrag ein, den Herbstball eine stehende Förderung von 2500€ pro Jahr zu gewähren. Bisher ist es so, daß alle Vereine, Veranstalter… eine städtische Förderung beantragen können, die Stadtverordneten entscheiden dann über den Vorschlag der Verwaltung, welche Förderungen in welcher Höhe ausgezahlt werden. Der städtische Fördertopf stieg in den letzten Jahren von 4200 auf 10.000€. Bisher war Konsens, daß es stehende Förderungen nur für Kinderveranstaltungen gibt (Kindertagsfeier, Weihnachtszauber). Die entsprechenden Mittel kommen nicht aus der Kulturförderung, sondern aus den Mitteln für Kinder- und Jugendarbeit.

 

Auch nach den Diskussionen in mehrerer Ausschüssen verstehe ich nicht wirklich, was den Herbstball dazu prädestiniert, solch eine Sonderrolle einzunehmen. Ich bin grundsätzlich für Gleichbehandlung, d.h. die Fördermittelbeantragung für den Herbstball soll genauso erfolgen, wie für alle anderen Veranstalter. Die Fraktionen von „Schön hier – Gemeinsam für Lychen“ und der SPD lehnen deshalb diesen Antrag ab. Wir würden nicht ausschließen, daß die Stadtverordneten eine stehende Förderung für bestimmte Veranstaltungen festlegen. Dazu müssten im Vorfeld bestimmte Kriterien festgelegt werden, nach denen so etwas entschieden werden kann. Kriterien könnten sein: Zielgruppe (z.B. Kinder), Gästeanzahl, seit wann bestehend, Reichweite, Stadtprestige, Nachhaltigkeit, finanzielle Barrierefreiheit…

 

Der Finanzausschuß senkte die Fördersumme für den Herbstball auf 1500€. Da zum Hauptausschuß keine Kalkulation vorlag, entscheidet nun die SVV nach Redaktionsschluß dieser NLZ. Sollte der Beschlußvorschlag erwartbar mit den Stimmen von LTG und CDU durchgehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis andere Veranstalter Gleichbehandlung einfordern und Anträge auf stehende Förderung stellen.

 

 

 

Runder Tisch Stadthafen

 

 

 

Am 5.10.2018 sagte Herr Alexandrin für die Stadt vor vielen Bürgern und den Robur-Bus des RBB auf dem GPG-Gelände die Einrichtung eines Runden Zisch Stadthafen nach Abschluß der Bürgerbefragung zu. In nun einem Jahr tagte dieser Runde Tisch zweimal nichtöffentlich. Bisher lud die Bürgermeisterin nur Stadtverordnete und Mitglieder der AG Stadtentwicklung ein (deren Thema nicht der Hafen ist). Die Seltenheit des Stattfindens und die begrenzte Zahl der Teilnehmenden halte ich für völlig unzureichend. Wenn wir wirklich einen weitestgehenden Konsens in der Stadt herstellen wollen, sollten wir auch das Potential nutzen, das wir haben. So gehören an den Tisch Tourismusverein und Aktionsbündnis Stadthafen (welches bisher als einzige Ideen fürs GPG-Gelände vorgestellt haben), gewerbliche Wassertourismusbetreiber, der Betreiber Fahrgastschiff, Anwohner… Es gibt viele Fragen, die der Klärung bedürfen (Gestaltung GPG-Gelände, Entwicklung Postablage, Charterstation, Betreiber, Park- und Wohnmobilstellplatz, Dauerliegeplätze, Standort Fahrgastschiff, Stegbau, Planung, Finanzierung, Förderung…). Der runde Tisch sollte moderiert und strukturiert sein, öffentlich mindestens monatlich stattfinden und auch Einwohnerbeteiligung ermöglichen (in zwei bis drei Redeblöcken).

 

Jetzt haben wir die Situation, daß die LTG den Runden Tisch beenden und die Entscheidungsfindung in die Ausschüsse verlegen möchte. Dabei zeichnet sich jetzt schon ab, daß in den Ausschüssen Bürgerbeteiligung sehr eingeschränkt ist und die Ausschüsse vom komplexen Thema Hafen völlig überlastet werden.

 

Vor dem Ende Oktober stattfindenden letzten Runden Tisch fragte ich die Bürgermeisterin während einer Sitzung, ob auch sachkundige Bürger am Runden Tisch teilnehmen können. Sie verneinte dies. Zwei Tage vorm Runden Tisch teilte sie per mail mit, daß sie sachkundige Bürger zulässt. Diese Entscheidung ermöglichte Herrn Tänzer wieder die Teilnahme. Dabei hatte sie vorher betont, daß sie keine Hardliner am Tisch haben möchte. Reicht das eine an die Wand gefahrene Hafenprojekt nicht?

 

Teile der CDU und mittendrin Herr Tänzer äußern jetzt öffentlich, daß sie den Alternativvorschlag des Aktionsbündnisses umsetzen wollen. Ein wirkliches Gesprächsangebot gibt es nicht, stattdessen wird immer wieder über uns geschimpft als angebliche Hafenverhinderer. Kein Wort der Selbstkritik, kein Nachdenken darüber, was schief gelaufen ist. Immerhin wurden 400.000€ an die Wand gefahren eben auch durch Sturheit und fehlende Kompromißbereitschaft. Statt Aufarbeitung Sündenbocksuche. Und es ist eben nicht so, wie Herr Tänzer letztens im Ausschuß sagte, daß es ihm nicht gelungen ist, den großen Hafen richtig zu vermitteln. Es war kein Vermittlungsproblem und die Einwohner sind auch nicht doof. Das große Hafenprojekt enthielt grundlegende Webfehler und (auch finanzielle) Unwägbarkeiten. Deshalb wurde es abgewählt.

 

Die Fraktion der LTG hat einen Antrag zur weiteren Verfahrensweise Hafen vorgelegt. Unsere Fraktion hat auf dieser Basis einen eigenen Vorschlag entworfen. Zum Zeitpunkt, an dem ich dies hier schreibe, sieht es so aus, als ob ein gemeinsamer Antrag von LTG, SPD und Schön hier zur Gesamtentwicklung des Gebietes GPG-Gelände-Postablage, wobei motorgetriebene Schiffe an der Postablage zentriert werden sollen, vorgelegt werden kann. Es müssen noch einzelne Formulierungsfragen geklärt werden.

 

 

 

Ehrenamtliches Engagement

 

 

 

Auch wenn ich noch im Mai hier schrieb, daß die Bürgermeisterin ehrenamtliches Engagement schätzt und fördert, muß ich das an dieser Stelle revidieren. Nachdem die LTG eine Diskussion über die AGs losgetreten hatte (im Hauptausschuß hieß es, wir hätten das nur alle falsch gelesen), hat die Verwaltung einen Vorschlag zu den Arbeitsgruppen vorgelegt. Dieser beinhaltete die Auflösung von Stadthafen AG und Fahrplan AG. Wege AG, AG Großgrün und die Lenkungsgruppe (Umsetzung Tourismuskonzept) sollen in den Ausschuß Tourismus, Ordnung, Umwelt integriert werden. AG Stadtentwicklung bleibt Plattform für Bürger, die Verwaltung will nur bedingt mitmachen. Eine Entscheidung über den Vorschlag ist noch nicht gefallen.

 

Die Geschäftsführerin der Tourismus Marketing Uckermark sagte mal: „Lychen gilt mit seiner aktiven Wege AG aus Vertretern der Stadt Lychen, des Naturparks Uckermärkische Seen und des Tourismusvereins als Positivbeispiel für die Erhaltung und Entwicklung der städtischen bzw. touristisch relevanten Wegestrukturen.“ Durch die Trägerwechsel beim Naturpark und bei der Touristinfo war im vergangenen Jahr unklar, wer die Wege-AG weiter organisiert. Der Stadtförster sagte zwar, daß er es übernimmt, aber es passiert nichts. Hier wird ohne Not was aufgegeben, was gut war. Der viermal jährlich tagende Ausschuß kann die ebenso oft tagende Wege-AG mit einen Zeitumfang von durchschnittlich 90 min überhaupt nicht auffangen. Die Beteiligung der (Fach-) Leute ist völlig ungeklärt. Wird jetzt wieder bei Null begonnen? Die Lenkungsgruppe, die einen ähnlichen Zeitaufwand bedarf, soll neben den allgemeinen Themen auch noch Platz finden. Soll der Ausschußleiter Helmut Bergsträßer (der ja ehrenamtlich auch die AG Stadtentwicklung leitet) mit Bergen von Arbeit fertiggemacht werden?

 

Unrühmlich für die Stadtverwaltung ist auch der Umgang mit der AG Großgrün. Diese war eine Initiative von Stadtförster Alexandrin, Dieser lud Einwohner ein, sich an der Planung größerer Grüngewächse – im Innenstadtbereich aber auch in den Ortsteilen und an den Ortsverbindungsstraßen zu beteiligen. Viele nahmen an den Rundgängen teil, Skizzen wurden gezeichnet, Vorschläge gemacht. Dann ruhte still der See. Nichts passierte, keine Umsetzung, keine Erklärung, kein Dankeschön. Das erzeugt Frustration. So sollte nicht mit den Bürgern umgegangen werden.

 

Es ist nicht so, daß all die Arbeitsgruppen nicht nötig wären. Das viele jetzt länger nicht stattfanden, ist kein Zeichen ihrer Überflüssigkeit, sondern es zeigt in meinen Augen die mangelnde Bereitschaft der Verwaltung, dieses Potential zu nutzen. Lychen könnte sich glücklich schätzen, daß sich die Bürgerinnen und Bürger so engagieren wollen. Doch die Verwaltung bremst das aus und lässt die Menschen auflaufen (die Ihnen ja unentgeltlich Arbeit abnehmen aber auch eine zielführende Arbeit der Verwaltung einfordern). Eine traurige Geschichte.

 

Was könnte passieren? Die Fahrplan-AG wird es weitergeben, solange der ÖPNV so unzureichend ist, egal was beschlossen wird. Meine Teilnahme an Wege-AG und Lenkungsgruppe werde ich einstellen, da ich die geplanten Strukturen für nicht zielführend halte und ich mich nicht sinnlos verheizen lassen will.

 

 

 

 

 

T. Held (25.11.2019)

 

 

Notizen aus der Kommunalpolitik

 

 

 

Öffentliche Seezugänge

 

 

 

Ein städtisches Gartengrundstück am Nesselpfuhl wird frei, ein schmaler, über 100m langer Streifen, an der Straße ca. 7m breit, am See ca. 3m breit, mit einer sanierungsbedürfigen Laube darauf. Etliche Pachtanträge liegen vor, ebenso gibt es Kaufinteressenten. Die Verwaltung stellte im nichtöffentlichen Teil des Finanzausschusses die Frage, ob wir zum Verkauf ausschreiben sollen oder verpachten. Nun ist das keine Frage, die Privatinteressen tangiert, solche Themen gehören in öffentliche Behandlung. Auch in der Einladung für den Hauptausschuß stand der entsprechende Beschlußvorschlag im nichtöffentlichen Teil der Tagesordnung. Auf meine Intervention im Vorfeld hin wurde dies geändert. Allerdings erfolgte die Änderung der Tagesordnung erst auf der Sitzung, somit wußte die Bevölkerung nicht, daß dieser Punkt öffentlich behandelt wurde. Damit war die Möglichkeit eingeschränkt, evt. Einfluß auf diese Abstimmung zu nehmen.

 

Ich plädierte in der Diskussion, unterstützt von Uwe Ruhnau, dafür, dieses Grundstück in öffentlicher Hand zu belassen. Somit würden wir uns die Möglichkeit erhalten, in naher Zukunft oder auch später, wenn jetzt keine Kapazitäten frei sind, dort einen öffentlichen Seezugang zu gestalten. Dabei habe ich Vorbilder wie die Feldberger Seezugänge oder Köppens Gang bei uns in Lychen vor Augen. Und wir wären der Umsetzung der Landesverfassung (freie Seezugänge) einen kleinen Schritt näher gekommen.

 

LTG, CDU und die Bürgermeisterin sahen das anders, stimmten mit ihrer Mehrheit für den Verkauf. Und wieder ist ein Seezugang für die Öffentlichkeit dauerhaft verloren.

 

 

 

Erweiterungspläne Lindenhof

 

 

 

Die SVV fasste am 23.9. mehrheitlich vier Beschlüsse, die mit den Erweiterungsplänen des Seehotels Lindenhof zu tun haben. Zuvor waren die Beschlussvorlagen auch im Bau- und Hauptausschuß behandelt wurden. Ich habe mit folgenden Erklärung gegen diese Beschlussvorlagen gestimmt:

 

Auf Seite 10 des Bebauungsplanentwurfes steht, daß die Stadt Lychen entschieden hat, die geplanten Pfahlhäuser auf dem Wurlsee nicht aus denselben auszugliedern, obwohl ein Rechtsstreit anhängig ist. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidung gefällt hat, die Stadtverordneten waren es jedenfalls nicht. Die Pfahlhäuser werden im Entwurf als städtebauliches Ziel deklariert. Gleichzeitig verzichtet die Stadt mit diesen Beschlüssen darauf, konkreten Einfluß auf Bauweise und Gestaltung zu nehmen (S. 24). Wie ich an dieser Stelle bereits 2016 mitteilte, ist eine Höhe der Pfahlhäuser von 63m über den Meeresspiegel, damit 10,40m über der Wasserfläche möglich. Für mich ist es eine Bankroterklärung der Stadt, Bauten in dieser Höhe auf einen See zuzulassen und nicht einmal Einfluß auf Bauweise und Art der Gestaltung nehmen zu wollen.

 

Prinzipiell habe ich nichts gegen die Erweiterungspläne des Lindenhofs an Land, zumal Entwicklung nicht nur quantitativ sein muß, sondern auch eine höhere Qualität bedeuten könnte. Grundsätzlich sollten wir Bebauung auf den Seen nicht tolerieren, besonders nicht in solchen Dimensionen. Einige fragten, warum unsere Fraktion verschieden abgestimmt hat. Uns ist sehr wichtig, daß jede/r nach eigenen Gewissen und eigener Meinung abstimmt. Wir sind uns auch einig, daß die Pfahlhäuser in dieser Dimensionierung nicht verwirklicht werden sollen. Helmut Bergsträßer z.B. befürwortete diese Anträge, da ihm die erneute öffentliche Auslegung und Bürgerbeteiligung wichtig war und er davon ausgeht, daß nach geltenden Gesetzen diese Häuser nicht gebaut werden können. Ich habe diesen Glauben, auch gerade in Bezug auf Bauvorhaben von Herrn Tänzer verloren.

 

 

 

Straßenausbau Kastaven-Dabelow

 

 

 

Der Landkreis Mecklenburger Seen baut auf Initiative und mit Kofinanzierung durch den neuen Eigentümer Inselhotel Brückenthinsee derzeit diese Straße aus. Der erste Bauabschnitt ist fertiggestellt, der zweite soll im kommenden Frühjahr erfolgen. Es zeichnet sich ab, daß nach Fertigstellung aller Bauvorhaben, zumindest der PKW-Verkehr zwischen Templin-Lychen-Neustrelitz diese kürzere Strecke nutzen wird. Die Beschaulichkeit der ruhigen Anrainerdörfer wird darunter leiden. Die Verwaltung nahm aus Bürgerversammlung Retzow und Hauptausschuß die Aufgabe mit, sich für eine Tonnagebegrenzung einzusetzen. Auch wenn ich als Radfahrer dem Buckeldamm nicht nach trauere, entwickelt sich durch einige rasende Autos ein viel gefährlichere Bedrohung als ein wunder Allerwertester.

 

Neue Straßen erzeugen neuen Verkehr, zukunftsfähig ist das nicht. Sollten wir nicht den Landkreis Mecklenburger Seen davon überzeugen, nach Fertigstellung seine Buslinie Neustrelitz-Dabelow zumindest bis Kastaven, noch besser bis Lychen zu verlängern?

 

 

 

Freikörperkultur

 

 

 

Freikörperkultur (FKK, auch Naturismus und Nudismus) bezeichnet die gemeinschaftliche Nacktheit der Menschen in Freizeit, Sport und Alltag. FKK entstand Ende 19. Anfang 20. Jahrhunderts in Deutschland, ging im wesentlichen aus der sozialistischen Arbeiterbewegung und der Lebensreformbewegung hervor. Freikörperkultur ist mittlerweile weltweit verbreitet, Schwerpunkte sind Europa, Nordamerika und Australien. Im deutschsprachigen Raum ist z.B. das Nacktbaden auch außerhalb von offiziellen FKK-Stränden weitestgehend toleriert.

 

Aus einer seenarmen Gegend stammend, lernte ich FKK erst während meiner Armeezeit im Brandenburgischen kennen und bin seitdem FKK-Anhänger. Bereits in meiner Anfangszeit in Lychen versuchte ich, die Ausweisung eines FKK-Strandes zu initiieren, bisher erfolglos. Zumal es bei der Weitläufigkeit unseres Stadtgebietes sehr fraglich wäre, dass alle Nacktbader nur noch dahin gingen.

 

In den letzten beiden Stadtverordnetenversammlungen gab es Aussagen von Mitliedern der LTG, daß sich insbesondere Bürger Rutenbergs durch das Nacktbaden am Großen Kronsee beeinträchtigt fühlen. Als meine Partnerin noch in Rutenberg wohnte, waren wir am Kronsee regelmäßig baden, es gibt seit vielen Jahren Textil- und Nacktbader dort am See. Ich hatte das Gefühl, daß eine gegenseitige Akzeptanz da war. Ich weiß von vielen Urlaubern, die FKK machen, daß die Dorfbadestelle Rutenberg neben der Badestelle Clanssee auf Grund von Abgelegenheit und Platz zu ihren Lieblingsbadestellen gehören. Ich möchte mir die Folgen lieber nicht ausmalen, was passiert, wenn das Ordnungsamt regelmäßig kontrolliert und Nacktbader des Platzes verweist.

 

Wenn ich allerdings höre, daß wir FKK Kindern nicht zumuten können, fühle ich mich ins falsche Jahrhundert versetzt. Ich finde es wichtig, daß Kinder eine natürliche Nacktheit als völlig normal erleben können. In Zeiten von sexualisierter Werbung und leichter Zugänglichkeit zu Pornographie ist das ein wohltuender Gegenentwurf.

 

Wenn Leute ein Problem mit FKK haben, sollten sie nicht die Kinder vorschieben, sondern selbst dazu stehen. Vielleicht sind Gelassenheit und Toleranz die besten Ratgeber, Platz ist für alle. Und wenn die Klimaentwicklung so weiter geht, ist Nacktheit der einzige Zustand, wie die Sommer noch ausgehalten werden können.

 

 

 

In eigener Sache

 

 

 

Seit 2012 schreibe ich diese regelmäßigen Notizen aus der Kommunalpolitik. Ich schreibe über mir wichtige Themen, bringe Dinge an die Öffentlichkeit, die viele nicht dahin haben wollen, benenne Roß und Reiter. Das ich mir damit nicht nur Freunde mache, ist allgemein bekannt. Manche getroffenen Hunde bellen eben sehr laut. Sicher vergreife ich mich auch mal im Ton oder mache einen Fehler. Aber ich stehe mit meinen Namen in aller Öffentlichkeit dafür ein und habe das auch weiter vor. Nicht verstehe ich, wenn ich in meinen fünf Jahren als Stadtverordneter immer mal wieder wegen der Notizen in nichtöffentlichen Sitzungen angegriffen werde und versucht wurde, mich moralisch unter Druck zu setzen. Wer inhaltlich oder wegen Art und Weise nicht einverstanden ist, kann gern mir persönlich sprechen oder über diese Zeitung erwidern, die Herausgeberin freut sich über Texte.

 

 

 

 

 

T. Held (26.9.2019)

 

 

 

Notizen aus der Kommunalpolitik

 

 

 

Die konstituierende Stadtverordnetenversammlung der neuen Wahlperiode liegt nun bereits einen Monat zurück. Die Arbeitsstruktur wurde auf Grund eines mehrheitlich angenommenen LTG-Antrages geändert. Künftig wird es neben dem Hauptausschuß vier statt zwei beratende Ausschüsse geben. Das sind der Ausschuss für Jugend, Bildung, Kultur, Sport und Soziales (Ausschussvorsitzende: Frau A. Scheuermann-Kostka), erste Sitzung 5.8., der Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Wirtschaft (Ausschussvorsitzender: Herr S. Herwig), erste Sitzung am 12.8., der Ausschuss für Finanzen (Ausschussvorsitzender: Herr A. Huth), erste Sitzung am 19.8., sowie der Ausschuss für Tourismus, Ordnung und Umwelt (Ausschuss für Tourismus, Ordnung und Umwelt (Ausschussvorsitzender: Herr H. Bergsträßer), erste Sitzung am 2.9.19. Alle Sitzungen beginnen wie gehabt um 18.30 Uhr im Alten Kino Lychen und sind öffentlich. Leider gab es im Vorfeld keine Gespräche über diese neue Struktur zwischen den Fraktionen, auf ein entsprechendes Angebot von uns wurde nicht reagiert. Ich sehe diese vier Ausschüsse aus folgenden Gründen kritisch:

 

- Erfahrung: In den letzten beiden Legislaturperioden wurde mit einer jeweils größeren Zahl an Ausschüssen begonnen, die im Laufe der Wahlperiode wegen Unpraktikabilität und Arbeitsüberlastung reduziert wurde.

 

- Wir werden jetzt zwar im Jahreslauf mehr Sitzungen haben, aber die Zahl der beschlussfähigen Sitzungen wird sich reduzieren (nur noch jeweils vier Hauptausschüsse und SVV jährlich). Auch das könnte sich wieder als äußerst unpraktisch erweisen. Sondersitzungen und nachholende Beschlüsse sind da vorprogrammiert.

 

- Durch mehr Ausschüsse Arbeitsgruppen überflüssig machen zu können, halte ich für eine Illusion. Arbeitsgruppen werden solange existieren, wie der Bedarf da ist, wie es fachlich und zeitlich nötig ist (siehe die Notizen in der letzten NLZ).

 

Bereits in der letzten Legislaturperiode äußerte ich den Vorschlag, die Fachausschüsse komplett abzuschaffen, dafür viel öfter die Beschlussgremien (Hauptausschuß/SVV) stattfinden zu lassen (z.B. je achtmal oder zehnmal jährlich) und bei Notwendigkeit fachlich und zeitlich begrenzte Arbeitsgruppen zu bilden. Das halte ich immer noch für sinnvoll.

 

 

 

Ansonsten fand ich die letzte SVV zum Teil nicht mehr tolerierbar unvorbereitet. Die Verantwortung lag hier letztendlich bei der Bürgermeisterin. Da gab es Entscheidungen ohne Beschlußvorlage, ja ohne die geringste Information im Vorfeld. Es wurden unzulässigerweise Themen in der nichtöffentlichen Teil geschoben, die dort nicht hingehören. Dazu gehören z.B. der Beschluß über die Aufstellung eines Parkscheinautomaten beim Parkplatz Kriegerdenkmal, die Diskussion über eine Zwischenlösung für den Waldkindergarten…

 

Hier finden immer wieder Verstöße gegen die Kommunalverfassung statt (z.B. § 36 Öffentlichkeit von Sitzungen und § 39 Beschlüsse). Dies ist nicht hinnehmbar und wir Stadtverordnete sollten uns das nicht mehr gefallen lassen.

 

 

 

Die Wählergruppe „Schön hier – Gemeinsam für Lychen“ hat verschiedene Themen vorbereitet, die wir in den Ausschüssen diskutieren und zu einer Beschlußreife führen wollen. Dazu gehören z.B. die Erneuerung der L15 Lychen – Abzweig Mahlendorf, Radwegekonzept, Anschaffung von Geschwindigkeitsanzeigeanlagen, die Zugänglichkeit von Bootsstegen auf öffentlichen Wasserflächen, Nachhaltigkeit und Ökologie von Ferienunterkünften, eine neue Gestaltungssatzung, die Ermöglichung von Selbstbauprojekten für junge Familien, die Erhaltung und Verbesserung der Situation historischer Stätten, die Situation leerstehender Gastronomieobjekte… Auch möchten wir, dass der vertagte Antrag der Verwaltung zur pestizidfreien Kommune endlich zur Abstimmung gebracht wird (017/18). Was wir davon erreichen können, ist in den öffentlichen Sitzungen verfolgbar.

 

 

 

T. Held (25.7.2019)

 

 

Wahl

 

Mit Spannung erwarteten wir am Wahlabend die Ergebnisse. Die Resultate in der Uckermark zur Europawahl waren sehr erschreckend, fiel doch unser Landkreis an die AFD. Selbst im beschaulichen Lychen holte die AFD zur Europawahl den 2. Platz, bei der Kreistagswahl sah es zum Glück etwas besser aus. Die Lychener Ergebnisse wurden leider erst sehr spät gegen Mitternacht bekannt. Glückwunsch an die LTG, die auf Anhieb die Wahl gewann und mit 7 Sitzen in die SVV einzieht. Die Wählergruppe „Schön hier – Gemeinsam für Lychen“ konnte als einzige bisherige Fraktion ihr Ergebnis steigern auf 26,7%. Wir werden jetzt zu viert in der SVV sitzen (Sara Cato, Christian Krasemann, Helmut Bergsträßer und ich). Es wird spannend, wie diese neu formierte SVV zusammenarbeiten wird. Das das alle wollen, ist immer wieder beteuert worden. Ich hoffe, es gelingt uns auch, dies umzusetzen. Ich kenne, die von vielen geäußerte Befürchtung, daß die CDU und und die aus ihr teilweise hervorgegangene LTG gemeinsam eine noch größere Machtfülle haben. Ich vertraue aber u.a. der Äußerung von Sven Herwig in der Templiner Zeitung vom 28.5.19, daß die LTG im Vorfeld von Entscheidungen mit allen Fraktionen sprechen will. Für mich unverständlich und bedauerlich war das schlechte Abschneiden der SPD in Lychen (im Gegensatz zum Abschneiden auf Kreis-, Landes- und Bundesebene – da war der Absturz verdient). Ich finde, sie haben das beste Wahlprogramm für Lychen vorgelegt und ich hoffe, wir können auch einiges davon umsetzen.

 

Auffällig war in diesen Jahr ein relativ großes Desinteresse an den Veranstaltungen mit den Kandidatinnen und Kandidaten, egal, von wem organisiert. Das war vor 5 Jahren noch anders, da füllte die große Kandidatenvorstellung noch den großen Saal und hatte Einfluß auf die Wahlentscheidung. Voraussichtlich am 17.6. ist die erste SVV-Sitzung in neuer Besetzung im Alten Kino.

 

 

 

Ein Hoch auf die Arbeitsgruppen

 

In Lychen gibt es so einige Arbeitsgruppen, die sich in den letzten Jahren aus unterschiedlichsten Gründen gebildet worden, wie z.B. Wege-AG, Nahverkehrs-AG, AG Stadtentwicklung etc. Diese Arbeitsgruppen unterstützen die Verwaltung in bestimmten Themenbereichen. Und es ist gut, daß Frau Gundlach diese häufig ehrenamtliche Tätigkeit unterstützt und schätzt. Am längsten existiert sicher die Wege-AG. An ihren Beispiel möchte ich die Arbeit erläutern. In der Wege-AG treffen sich in unregelmäßigen Abständen Vertreter von Verwaltung, Naturpark, Naturfreunde, Wanderverein, Tourismusverein, AFV, TMU und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Themen waren u.a. Erfassung aller Wege, Ausschilderung, Mängelabstellung, Erstellung von touristischen Informationsmaterial, Vernetzung mit den angrenzenden Gemeinden… Auf meine Anregung hin wird derzeit der Entwurf eines Wegekonzeptes erstellt, welches hoffentlich noch in diesen Jahr von den Ausschüssen diskutiert und in einer SVV beschlossen werden kann.

 

In den thematischen Arbeitsgruppen passiert das, was weder die Verwaltung noch die Stadtverordneten personell, fachlich, zeitlich leisten können. Und wir sollten froh darüber sein, daß in Lychen sich viele ehrenamtlich in Vereinen, in der Feuerwehr, in Arbeitsgruppen, in Ausschüssen, bei der Stadtbildpflege... engagieren.

 

 

 

Landesentwicklungsplan (LEP) Brandenburg

 

In der bisher letzten SVV (8.4.19) hatte die CDU eine Beschlußvorlage zum Stopp des aktuellen Landesentwicklungsplanes eingereicht. Auch wenn wir als Wählergruppe einige der aufgeführten Kritikpunkte durchaus teilten (der ÖPNV ist im LEP völlig vernachlässigt), hatten wir in anderen Punkten eine andere Auffassung. Für uns gehört der LEP überarbeitet, aber nicht gestoppt, da in diesen wichtige Punkte stehen. Insbesondere teilen wir mit der Landesregierung die Sicherung des Freiraumverbundes (übrigens auch durch das Raumordnungsgesetzes des Bundes festgeschrieben). Insbesondere mit Blick auf die Zukunft, hat die Bewahrung von Natur und Umwelt oberste Priorität. Deshalb teilen wir auch den Grundsatz innerstädtische Entwicklung statt Entwicklung im Außenbereich. Im letzten LEP, durch eine SPD/CDU-Landesregierung beschlossen, durfte Lychen auf 50% weniger Fläche neu bauen als jetzt im neuen LEP. Dieses Potential hat Lychen nicht ausgeschöpft. Trotzdem ist jetzt der Aufschrei groß, im Lychener CDU-Wahlprogramm steht sogar, daß in der Uckermark keine Bebauung mehr genehmigt werden soll. Das stimmt nachweisbar nicht, die rege Bautätigkeit im Ort widerlegt das klar.

 

 

 

Über den Tellerrand

 

Die Menscheit befindet sich in existenziellen Krisen: die gravierende soziale Ungleichheit auf der Welt, Kriege und die drohende Gefahr eines großen (Atom-) Krieges, der drohende Klimakollaps, das Artensterben, die Vergiftung von Wasser, Luft, Böden… Die politischen und wirtschaftlichen Eliten bremsen notwendige Umsteuerungsmaßnahmen, um z.b den Klimalollaps noch zu verhindern, aus. Seit Monaten streiken Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, unterstützt von Eltern und Großeltern. Sie wissen, ihre Zukunft steht auf dem Spiel. Millionenfach wurde binnen einer Woche das fast einstündige engagierte Video des Youtubers Rezo angesehen. Und auch am Wahlverhalten der Jugend war zu sehen, daß sie mit dem „Weiter so“ nicht einverstanden sind.

 

Ich hoffe, daß die jungen Menschen, unterstützt von uns allen, nicht nachlassen. Wir können die nötigen Änderungen nicht mehr Aufschieben. Und ich werde mich dafür einsetzen, bei allen, was wir hier vor Ort tun, auf die Enkeltauglichkeit, die Zukunftsfähigkeit zu achten.

 

 

 

T. Held (28.5.2019)