Lychen-Nachrichten

Auf  dieser Seite sollen unregelmäßig aktuelle Nachrichten über Lychen stehen, insbesondere Nachrichten vom Aktionsbündnis Stadthafen, ebenso von der Wählergruppe "Schön Hier - Gemeinsam für Lychen".

 

In der Neuen Lychener Zeitung (NLZ) finden Sie weitere weitere Informationen,

ebenso im lesenswerten Blog des Lycheners Joachim Hantke.


Öffentliche Termine im Alten Kino Lychen - jeweils 18.30 Uhr:

9.12. SVV


Kommunalwahl Stadtverordnetenversammlung Lychen - Ergebnis

 

Bürgerbefragung Stadthafen - vorläufiges Ergebnis

Wahlbeteiligung ca. 58%

Ja 383  Nein 974  ungültig ca. 200

Damit wird der planfestgestellte Hafen der Stadt wohl nicht gebaut werden.

Dank den Lychnerinnen und Lychnern für dieses überwältigende Ergebnis.

 

Wiederbelebung der 50-Seen-Bahn?

 

Ende Winter 1996 – die Schließungspläne für die Bahnstrecke Fürstenberg-Templin waren gerade bekannt geworden – machte der Geschäftsführer des Fußgängerverbandes FUSS e.V. Bernd Herzog-Schlagk das Projekt Zukunft: Die „50-Seen-Bahn“ öffentlich.  Dieses beinhaltete, eine Regionalbahnlinie RB 64 von Berlin Lichtenberg über Oranienburg, Fürstenberg nach Templin zu führen, mit Halt auf allen Unterwegsbahnhöfen. Damit wäre die Linie Fürstenberg-Templin direkt an Berlin angebunden (wie schon in der Historie). Von den Bahnhöfen dieser Strecke wären ca. 50 Seen fußläufig (max. 3km) zu erreichen. Der uckermärker Teil der Kleinseenplatte würde somit vor Berlins Haustür rutschen. Es wurde damals vorgeschlagen, daß Projekt vernünftig durch die einheimische Tourismusbranche und einen Bahnbetreiber zu vermarkten (BSB Brandenburger-Seen-Bahn GmbH).

 

In Lychen wehrte sich die SVV mit einem einstimmigen Beschluß gegen die damals drohende Streckenschließung. Insbesondere der Ökostadt e.V. setzte sich für das Konzept der 50-Seen-Bahn ein, publizierte darüber und führte einige Jahre eine demonstrative Radtour Berlin-Lychen-Berlin mit diesem Ziel durch.

 

Die Streckenstillegung, die Entwidmung derselben sowie deren Verkauf konnten nicht aufgehalten werden. Die damals bereitstehenden Mittel für die Streckensanierung waren nicht abgerufen worden. Mittlerweile gehört die Strecke der Erlebnisbahn.de GmbH, die darauf die Draisine betreibt. Dadurch liegen zumindest ein Großteil der Gleise noch.

 

Vor dem Hintergrund, daß der Landkreis Uckermark die Anbindung Lychens an den Bahnhof Fürstenberg deutlich verschlechtert hat und bisher keine Bereitschaft besteht, diese Verschlechterungen rückgängig zu machen, ist es nötig, über Alternativen nachzudenken. Noch nötiger wird das, wenn wir die drohende Klimakatastrophe vor Augen haben. Der Menschheit bleiben vielleicht noch 3 Jahre, um eine grundlegende Umsteuerung vorzunehmen und somit das Schlimmste zu verhindern. Alternativen liegen seit Jahrzehnten auf dem Tisch, im Bereich Verkehr haben gerade die deutschen Autokonzerne (die immer wieder auch die Chefs der DB AG stellen) bisher eine grundlegende Verkehrswende verhindert.

 

In anderen Bundesländern (z.B. Rheinland-Pfalz, Niedersachsen…) werden seit Jahren Bahnstrecken und Bahnhöfe reaktiviert. Es wird Zeit, daß Brandenburg seine Hausaufgaben macht. Die Grünen und die CDU im Landtag haben interessante Konzepte vorgelegt. Erstere haben ein Gutachten für landesbedeutsame Buslinien erstellen lassen. Eine der Linien (Neuruppin-Rheinsberg-Fürstenberg/Neustrelitz) könnte auch für uns interessant sein, wenn der Abschnitt Rheinsberg-Fürstenberg im Stundentag über Lychen bis Feldberg verlängert würde. Für die Linie 517 würde dann der Abschnitt Lychen-Templin reichen. Dies wäre eine kurzfristig realisierbare Alternative.

 

Die CDU hat eine Entwicklungsstrategie für den Schienenpersonenverkehr in Berlin und Brandenburg in Auftrag gegeben. Diese zielt in die richtige Richtung, nämlich die deutliche Verbesserung und Ausweitung desselben u.a. mit einem neuen Linienkonzept. Die Anbindung an die Zentren soll deutlich verbessert und die Taktung erhöht werden. Die Verwirklichung dieser Vorschläge würde eine wesentliche Verbesserung für viele Menschen in Brandenburg bringen. Allerdings haben wir wenig davon, für Fürstenberg soll es keine Verbesserungen geben, an das Thema Aktivierung von stillgelegten Strecken wurde sich überhaupt nicht gewagt. Eine 50-Seen-Bahn ermöglicht den Halbstundentakt zwischen Fürstenberg und Berlin. Aus Richtung Templin-Lychen wäre eine attraktive Anschlußgestaltung nach Richtung Neustrelitz in Fürstenberg möglich. Da ich öfters mal in Fürstenberg stehe, um Richtung Lychen zu trampen, habe ich eine Vorstellung davon, wie viele aus der Uckermark kommend Richtung Neustrelitz pendeln.

 

Eine 50-Seen-Bahn hat viele Hürden zu überwinden. So muß überhaupt die Möglichkeit bestehen, den Teilabschnitt zwischen Fürstenberg und Templin zurückzukaufen. Ein Planfeststellungsverfahren muß erfolgen, um die Strecke wieder für den Bahnverkehr zu widmen. Eine umfangreiche Sanierung mit dem Ziel Ausbau auf 80km/h und Reparatur zweier Brücken ist nötig. Hinzu kommen die Querungen zweier Bundesstraßen, die Bahnhofseinbindungen in Fürstenberg und Templin und der Neubau von Bahnhöfen bzw. Haltepunkten… Mit der in Aussicht stehenden Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Templin-Joachimsthal wäre eine geschlossene Streckenführung Berlin-Fürstenberg-Templin-Eberswalde-Berlin möglich, daß Projekt müsste dann allerdings 80- oder 100-Seen-Bahn heißen. Wie bekommen wir diese Vorstellungen in die Köpfe und dann in die Realisierung?

 

Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche (Che Guevara).

 

T. Held (22.11.2017)

 



Notizen aus der Kommunalpolitik

 

 

 

Öffentliche Seezugänge

 

 

 

Ein städtisches Gartengrundstück am Nesselpfuhl wird frei, ein schmaler, über 100m langer Streifen, an der Straße ca. 7m breit, am See ca. 3m breit, mit einer sanierungsbedürfigen Laube darauf. Etliche Pachtanträge liegen vor, ebenso gibt es Kaufinteressenten. Die Verwaltung stellte im nichtöffentlichen Teil des Finanzausschusses die Frage, ob wir zum Verkauf ausschreiben sollen oder verpachten. Nun ist das keine Frage, die Privatinteressen tangiert, solche Themen gehören in öffentliche Behandlung. Auch in der Einladung für den Hauptausschuß stand der entsprechende Beschlußvorschlag im nichtöffentlichen Teil der Tagesordnung. Auf meine Intervention im Vorfeld hin wurde dies geändert. Allerdings erfolgte die Änderung der Tagesordnung erst auf der Sitzung, somit wußte die Bevölkerung nicht, daß dieser Punkt öffentlich behandelt wurde. Damit war die Möglichkeit eingeschränkt, evt. Einfluß auf diese Abstimmung zu nehmen.

 

Ich plädierte in der Diskussion, unterstützt von Uwe Ruhnau, dafür, dieses Grundstück in öffentlicher Hand zu belassen. Somit würden wir uns die Möglichkeit erhalten, in naher Zukunft oder auch später, wenn jetzt keine Kapazitäten frei sind, dort einen öffentlichen Seezugang zu gestalten. Dabei habe ich Vorbilder wie die Feldberger Seezugänge oder Köppens Gang bei uns in Lychen vor Augen. Und wir wären der Umsetzung der Landesverfassung (freie Seezugänge) einen kleinen Schritt näher gekommen.

 

LTG, CDU und die Bürgermeisterin sahen das anders, stimmten mit ihrer Mehrheit für den Verkauf. Und wieder ist ein Seezugang für die Öffentlichkeit dauerhaft verloren.

 

 

 

Erweiterungspläne Lindenhof

 

 

 

Die SVV fasste am 23.9. mehrheitlich vier Beschlüsse, die mit den Erweiterungsplänen des Seehotels Lindenhof zu tun haben. Zuvor waren die Beschlussvorlagen auch im Bau- und Hauptausschuß behandelt wurden. Ich habe mit folgenden Erklärung gegen diese Beschlussvorlagen gestimmt:

 

Auf Seite 10 des Bebauungsplanentwurfes steht, daß die Stadt Lychen entschieden hat, die geplanten Pfahlhäuser auf dem Wurlsee nicht aus denselben auszugliedern, obwohl ein Rechtsstreit anhängig ist. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidung gefällt hat, die Stadtverordneten waren es jedenfalls nicht. Die Pfahlhäuser werden im Entwurf als städtebauliches Ziel deklariert. Gleichzeitig verzichtet die Stadt mit diesen Beschlüssen darauf, konkreten Einfluß auf Bauweise und Gestaltung zu nehmen (S. 24). Wie ich an dieser Stelle bereits 2016 mitteilte, ist eine Höhe der Pfahlhäuser von 63m über den Meeresspiegel, damit 10,40m über der Wasserfläche möglich. Für mich ist es eine Bankroterklärung der Stadt, Bauten in dieser Höhe auf einen See zuzulassen und nicht einmal Einfluß auf Bauweise und Art der Gestaltung nehmen zu wollen.

 

Prinzipiell habe ich nichts gegen die Erweiterungspläne des Lindenhofs an Land, zumal Entwicklung nicht nur quantitativ sein muß, sondern auch eine höhere Qualität bedeuten könnte. Grundsätzlich sollten wir Bebauung auf den Seen nicht tolerieren, besonders nicht in solchen Dimensionen. Einige fragten, warum unsere Fraktion verschieden abgestimmt hat. Uns ist sehr wichtig, daß jede/r nach eigenen Gewissen und eigener Meinung abstimmt. Wir sind uns auch einig, daß die Pfahlhäuser in dieser Dimensionierung nicht verwirklicht werden sollen. Helmut Bergsträßer z.B. befürwortete diese Anträge, da ihm die erneute öffentliche Auslegung und Bürgerbeteiligung wichtig war und er davon ausgeht, daß nach geltenden Gesetzen diese Häuser nicht gebaut werden können. Ich habe diesen Glauben, auch gerade in Bezug auf Bauvorhaben von Herrn Tänzer verloren.

 

 

 

Straßenausbau Kastaven-Dabelow

 

 

 

Der Landkreis Mecklenburger Seen baut auf Initiative und mit Kofinanzierung durch den neuen Eigentümer Inselhotel Brückenthinsee derzeit diese Straße aus. Der erste Bauabschnitt ist fertiggestellt, der zweite soll im kommenden Frühjahr erfolgen. Es zeichnet sich ab, daß nach Fertigstellung aller Bauvorhaben, zumindest der PKW-Verkehr zwischen Templin-Lychen-Neustrelitz diese kürzere Strecke nutzen wird. Die Beschaulichkeit der ruhigen Anrainerdörfer wird darunter leiden. Die Verwaltung nahm aus Bürgerversammlung Retzow und Hauptausschuß die Aufgabe mit, sich für eine Tonnagebegrenzung einzusetzen. Auch wenn ich als Radfahrer dem Buckeldamm nicht nach trauere, entwickelt sich durch einige rasende Autos ein viel gefährlichere Bedrohung als ein wunder Allerwertester.

 

Neue Straßen erzeugen neuen Verkehr, zukunftsfähig ist das nicht. Sollten wir nicht den Landkreis Mecklenburger Seen davon überzeugen, nach Fertigstellung seine Buslinie Neustrelitz-Dabelow zumindest bis Kastaven, noch besser bis Lychen zu verlängern?

 

 

 

Freikörperkultur

 

 

 

Freikörperkultur (FKK, auch Naturismus und Nudismus) bezeichnet die gemeinschaftliche Nacktheit der Menschen in Freizeit, Sport und Alltag. FKK entstand Ende 19. Anfang 20. Jahrhunderts in Deutschland, ging im wesentlichen aus der sozialistischen Arbeiterbewegung und der Lebensreformbewegung hervor. Freikörperkultur ist mittlerweile weltweit verbreitet, Schwerpunkte sind Europa, Nordamerika und Australien. Im deutschsprachigen Raum ist z.B. das Nacktbaden auch außerhalb von offiziellen FKK-Stränden weitestgehend toleriert.

 

Aus einer seenarmen Gegend stammend, lernte ich FKK erst während meiner Armeezeit im Brandenburgischen kennen und bin seitdem FKK-Anhänger. Bereits in meiner Anfangszeit in Lychen versuchte ich, die Ausweisung eines FKK-Strandes zu initiieren, bisher erfolglos. Zumal es bei der Weitläufigkeit unseres Stadtgebietes sehr fraglich wäre, dass alle Nacktbader nur noch dahin gingen.

 

In den letzten beiden Stadtverordnetenversammlungen gab es Aussagen von Mitliedern der LTG, daß sich insbesondere Bürger Rutenbergs durch das Nacktbaden am Großen Kronsee beeinträchtigt fühlen. Als meine Partnerin noch in Rutenberg wohnte, waren wir am Kronsee regelmäßig baden, es gibt seit vielen Jahren Textil- und Nacktbader dort am See. Ich hatte das Gefühl, daß eine gegenseitige Akzeptanz da war. Ich weiß von vielen Urlaubern, die FKK machen, daß die Dorfbadestelle Rutenberg neben der Badestelle Clanssee auf Grund von Abgelegenheit und Platz zu ihren Lieblingsbadestellen gehören. Ich möchte mir die Folgen lieber nicht ausmalen, was passiert, wenn das Ordnungsamt regelmäßig kontrolliert und Nacktbader des Platzes verweist.

 

Wenn ich allerdings höre, daß wir FKK Kindern nicht zumuten können, fühle ich mich ins falsche Jahrhundert versetzt. Ich finde es wichtig, daß Kinder eine natürliche Nacktheit als völlig normal erleben können. In Zeiten von sexualisierter Werbung und leichter Zugänglichkeit zu Pornographie ist das ein wohltuender Gegenentwurf.

 

Wenn Leute ein Problem mit FKK haben, sollten sie nicht die Kinder vorschieben, sondern selbst dazu stehen. Vielleicht sind Gelassenheit und Toleranz die besten Ratgeber, Platz ist für alle. Und wenn die Klimaentwicklung so weiter geht, ist Nacktheit der einzige Zustand, wie die Sommer noch ausgehalten werden können.

 

 

 

In eigener Sache

 

 

 

Seit 2012 schreibe ich diese regelmäßigen Notizen aus der Kommunalpolitik. Ich schreibe über mir wichtige Themen, bringe Dinge an die Öffentlichkeit, die viele nicht dahin haben wollen, benenne Roß und Reiter. Das ich mir damit nicht nur Freunde mache, ist allgemein bekannt. Manche getroffenen Hunde bellen eben sehr laut. Sicher vergreife ich mich auch mal im Ton oder mache einen Fehler. Aber ich stehe mit meinen Namen in aller Öffentlichkeit dafür ein und habe das auch weiter vor. Nicht verstehe ich, wenn ich in meinen fünf Jahren als Stadtverordneter immer mal wieder wegen der Notizen in nichtöffentlichen Sitzungen angegriffen werde und versucht wurde, mich moralisch unter Druck zu setzen. Wer inhaltlich oder wegen Art und Weise nicht einverstanden ist, kann gern mir persönlich sprechen oder über diese Zeitung erwidern, die Herausgeberin freut sich über Texte.

 

 

 

 

 

T. Held (26.9.2019)

 

 

 

Notizen aus der Kommunalpolitik

 

 

 

Die konstituierende Stadtverordnetenversammlung der neuen Wahlperiode liegt nun bereits einen Monat zurück. Die Arbeitsstruktur wurde auf Grund eines mehrheitlich angenommenen LTG-Antrages geändert. Künftig wird es neben dem Hauptausschuß vier statt zwei beratende Ausschüsse geben. Das sind der Ausschuss für Jugend, Bildung, Kultur, Sport und Soziales (Ausschussvorsitzende: Frau A. Scheuermann-Kostka), erste Sitzung 5.8., der Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Wirtschaft (Ausschussvorsitzender: Herr S. Herwig), erste Sitzung am 12.8., der Ausschuss für Finanzen (Ausschussvorsitzender: Herr A. Huth), erste Sitzung am 19.8., sowie der Ausschuss für Tourismus, Ordnung und Umwelt (Ausschuss für Tourismus, Ordnung und Umwelt (Ausschussvorsitzender: Herr H. Bergsträßer), erste Sitzung am 2.9.19. Alle Sitzungen beginnen wie gehabt um 18.30 Uhr im Alten Kino Lychen und sind öffentlich. Leider gab es im Vorfeld keine Gespräche über diese neue Struktur zwischen den Fraktionen, auf ein entsprechendes Angebot von uns wurde nicht reagiert. Ich sehe diese vier Ausschüsse aus folgenden Gründen kritisch:

 

- Erfahrung: In den letzten beiden Legislaturperioden wurde mit einer jeweils größeren Zahl an Ausschüssen begonnen, die im Laufe der Wahlperiode wegen Unpraktikabilität und Arbeitsüberlastung reduziert wurde.

 

- Wir werden jetzt zwar im Jahreslauf mehr Sitzungen haben, aber die Zahl der beschlussfähigen Sitzungen wird sich reduzieren (nur noch jeweils vier Hauptausschüsse und SVV jährlich). Auch das könnte sich wieder als äußerst unpraktisch erweisen. Sondersitzungen und nachholende Beschlüsse sind da vorprogrammiert.

 

- Durch mehr Ausschüsse Arbeitsgruppen überflüssig machen zu können, halte ich für eine Illusion. Arbeitsgruppen werden solange existieren, wie der Bedarf da ist, wie es fachlich und zeitlich nötig ist (siehe die Notizen in der letzten NLZ).

 

Bereits in der letzten Legislaturperiode äußerte ich den Vorschlag, die Fachausschüsse komplett abzuschaffen, dafür viel öfter die Beschlussgremien (Hauptausschuß/SVV) stattfinden zu lassen (z.B. je achtmal oder zehnmal jährlich) und bei Notwendigkeit fachlich und zeitlich begrenzte Arbeitsgruppen zu bilden. Das halte ich immer noch für sinnvoll.

 

 

 

Ansonsten fand ich die letzte SVV zum Teil nicht mehr tolerierbar unvorbereitet. Die Verantwortung lag hier letztendlich bei der Bürgermeisterin. Da gab es Entscheidungen ohne Beschlußvorlage, ja ohne die geringste Information im Vorfeld. Es wurden unzulässigerweise Themen in der nichtöffentlichen Teil geschoben, die dort nicht hingehören. Dazu gehören z.B. der Beschluß über die Aufstellung eines Parkscheinautomaten beim Parkplatz Kriegerdenkmal, die Diskussion über eine Zwischenlösung für den Waldkindergarten…

 

Hier finden immer wieder Verstöße gegen die Kommunalverfassung statt (z.B. § 36 Öffentlichkeit von Sitzungen und § 39 Beschlüsse). Dies ist nicht hinnehmbar und wir Stadtverordnete sollten uns das nicht mehr gefallen lassen.

 

 

 

Die Wählergruppe „Schön hier – Gemeinsam für Lychen“ hat verschiedene Themen vorbereitet, die wir in den Ausschüssen diskutieren und zu einer Beschlußreife führen wollen. Dazu gehören z.B. die Erneuerung der L15 Lychen – Abzweig Mahlendorf, Radwegekonzept, Anschaffung von Geschwindigkeitsanzeigeanlagen, die Zugänglichkeit von Bootsstegen auf öffentlichen Wasserflächen, Nachhaltigkeit und Ökologie von Ferienunterkünften, eine neue Gestaltungssatzung, die Ermöglichung von Selbstbauprojekten für junge Familien, die Erhaltung und Verbesserung der Situation historischer Stätten, die Situation leerstehender Gastronomieobjekte… Auch möchten wir, dass der vertagte Antrag der Verwaltung zur pestizidfreien Kommune endlich zur Abstimmung gebracht wird (017/18). Was wir davon erreichen können, ist in den öffentlichen Sitzungen verfolgbar.

 

 

 

T. Held (25.7.2019)

 

 

Wahl

 

Mit Spannung erwarteten wir am Wahlabend die Ergebnisse. Die Resultate in der Uckermark zur Europawahl waren sehr erschreckend, fiel doch unser Landkreis an die AFD. Selbst im beschaulichen Lychen holte die AFD zur Europawahl den 2. Platz, bei der Kreistagswahl sah es zum Glück etwas besser aus. Die Lychener Ergebnisse wurden leider erst sehr spät gegen Mitternacht bekannt. Glückwunsch an die LTG, die auf Anhieb die Wahl gewann und mit 7 Sitzen in die SVV einzieht. Die Wählergruppe „Schön hier – Gemeinsam für Lychen“ konnte als einzige bisherige Fraktion ihr Ergebnis steigern auf 26,7%. Wir werden jetzt zu viert in der SVV sitzen (Sara Cato, Christian Krasemann, Helmut Bergsträßer und ich). Es wird spannend, wie diese neu formierte SVV zusammenarbeiten wird. Das das alle wollen, ist immer wieder beteuert worden. Ich hoffe, es gelingt uns auch, dies umzusetzen. Ich kenne, die von vielen geäußerte Befürchtung, daß die CDU und und die aus ihr teilweise hervorgegangene LTG gemeinsam eine noch größere Machtfülle haben. Ich vertraue aber u.a. der Äußerung von Sven Herwig in der Templiner Zeitung vom 28.5.19, daß die LTG im Vorfeld von Entscheidungen mit allen Fraktionen sprechen will. Für mich unverständlich und bedauerlich war das schlechte Abschneiden der SPD in Lychen (im Gegensatz zum Abschneiden auf Kreis-, Landes- und Bundesebene – da war der Absturz verdient). Ich finde, sie haben das beste Wahlprogramm für Lychen vorgelegt und ich hoffe, wir können auch einiges davon umsetzen.

 

Auffällig war in diesen Jahr ein relativ großes Desinteresse an den Veranstaltungen mit den Kandidatinnen und Kandidaten, egal, von wem organisiert. Das war vor 5 Jahren noch anders, da füllte die große Kandidatenvorstellung noch den großen Saal und hatte Einfluß auf die Wahlentscheidung. Voraussichtlich am 17.6. ist die erste SVV-Sitzung in neuer Besetzung im Alten Kino.

 

 

 

Ein Hoch auf die Arbeitsgruppen

 

In Lychen gibt es so einige Arbeitsgruppen, die sich in den letzten Jahren aus unterschiedlichsten Gründen gebildet worden, wie z.B. Wege-AG, Nahverkehrs-AG, AG Stadtentwicklung etc. Diese Arbeitsgruppen unterstützen die Verwaltung in bestimmten Themenbereichen. Und es ist gut, daß Frau Gundlach diese häufig ehrenamtliche Tätigkeit unterstützt und schätzt. Am längsten existiert sicher die Wege-AG. An ihren Beispiel möchte ich die Arbeit erläutern. In der Wege-AG treffen sich in unregelmäßigen Abständen Vertreter von Verwaltung, Naturpark, Naturfreunde, Wanderverein, Tourismusverein, AFV, TMU und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Themen waren u.a. Erfassung aller Wege, Ausschilderung, Mängelabstellung, Erstellung von touristischen Informationsmaterial, Vernetzung mit den angrenzenden Gemeinden… Auf meine Anregung hin wird derzeit der Entwurf eines Wegekonzeptes erstellt, welches hoffentlich noch in diesen Jahr von den Ausschüssen diskutiert und in einer SVV beschlossen werden kann.

 

In den thematischen Arbeitsgruppen passiert das, was weder die Verwaltung noch die Stadtverordneten personell, fachlich, zeitlich leisten können. Und wir sollten froh darüber sein, daß in Lychen sich viele ehrenamtlich in Vereinen, in der Feuerwehr, in Arbeitsgruppen, in Ausschüssen, bei der Stadtbildpflege... engagieren.

 

 

 

Landesentwicklungsplan (LEP) Brandenburg

 

In der bisher letzten SVV (8.4.19) hatte die CDU eine Beschlußvorlage zum Stopp des aktuellen Landesentwicklungsplanes eingereicht. Auch wenn wir als Wählergruppe einige der aufgeführten Kritikpunkte durchaus teilten (der ÖPNV ist im LEP völlig vernachlässigt), hatten wir in anderen Punkten eine andere Auffassung. Für uns gehört der LEP überarbeitet, aber nicht gestoppt, da in diesen wichtige Punkte stehen. Insbesondere teilen wir mit der Landesregierung die Sicherung des Freiraumverbundes (übrigens auch durch das Raumordnungsgesetzes des Bundes festgeschrieben). Insbesondere mit Blick auf die Zukunft, hat die Bewahrung von Natur und Umwelt oberste Priorität. Deshalb teilen wir auch den Grundsatz innerstädtische Entwicklung statt Entwicklung im Außenbereich. Im letzten LEP, durch eine SPD/CDU-Landesregierung beschlossen, durfte Lychen auf 50% weniger Fläche neu bauen als jetzt im neuen LEP. Dieses Potential hat Lychen nicht ausgeschöpft. Trotzdem ist jetzt der Aufschrei groß, im Lychener CDU-Wahlprogramm steht sogar, daß in der Uckermark keine Bebauung mehr genehmigt werden soll. Das stimmt nachweisbar nicht, die rege Bautätigkeit im Ort widerlegt das klar.

 

 

 

Über den Tellerrand

 

Die Menscheit befindet sich in existenziellen Krisen: die gravierende soziale Ungleichheit auf der Welt, Kriege und die drohende Gefahr eines großen (Atom-) Krieges, der drohende Klimakollaps, das Artensterben, die Vergiftung von Wasser, Luft, Böden… Die politischen und wirtschaftlichen Eliten bremsen notwendige Umsteuerungsmaßnahmen, um z.b den Klimalollaps noch zu verhindern, aus. Seit Monaten streiken Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, unterstützt von Eltern und Großeltern. Sie wissen, ihre Zukunft steht auf dem Spiel. Millionenfach wurde binnen einer Woche das fast einstündige engagierte Video des Youtubers Rezo angesehen. Und auch am Wahlverhalten der Jugend war zu sehen, daß sie mit dem „Weiter so“ nicht einverstanden sind.

 

Ich hoffe, daß die jungen Menschen, unterstützt von uns allen, nicht nachlassen. Wir können die nötigen Änderungen nicht mehr Aufschieben. Und ich werde mich dafür einsetzen, bei allen, was wir hier vor Ort tun, auf die Enkeltauglichkeit, die Zukunftsfähigkeit zu achten.

 

 

 

T. Held (28.5.2019)